Anwendung und Herstellung

Anwendungen und Herstellung mit Kräutern

Tinkturen:

Darunter versteht man den alkoholischen Auszug von Heilpflanzen. Viele Wirkstoffe sind sehr gut alkohollöslich. Ätherische Öle sind z.B. schlecht wasserlöslich, aber dafür lösen sie sich gut in Alkohol. In einer c-tinktur hat man daher einen höheren Gehalt an ätherischen Ölen als im Tee. Tinkturen kann man tropfenweise innerlich einnehmen. Die Hauptanwendung ist aber äußerlich in Form von Umschlägen oder Einreibungen.

Tinkturen bekommt man in der Apotheke oder Reformhäuser zu kaufen, es ist aber nicht schwierig sie selber herzustellen.

Die Droge, es können auch Frischpflanzen verwendet werden, wird in der Regel mit 70% Alkohol im Verhältnis 1:10 übergossen (50g -droge auf 450g Alkohol) werden. Nach zwei bis drei Wochen wird die Flüssigkeit abgepresst und gefoltert. In dunklen Fläschchen aufbewahren!

Ölauszüge:

Hier nutzt man die Fettlöslichen bestimmten Wirkstoffe. Die Zubereitung ist ähnlich wie bei der Tinktur. Die Droge oder die frischen Pflanzenteile werden mit Öl übergossen, ebenfalls im Verhältnis 1:10. Als Öl eignet sich ein gutes Olivenöl, Distelöl, Jojobaöl, Mandelöl, es sollte aber möglichst kaltgepresstes Öl sein. Diesen Ölauszug lässt man zwei bis drei Wochen an einem warmen Platz stehen, dann wird abgepresst und in dunklen Fläschchen gelagert. Der bekannteste Ölauszug ist das Johanniskraut, das man möglichst in der Sonne ausziehen lassen sollte.

Den Begriff Ölauszug sollte man nicht mit den ätherischen Ölen verwechseln. Als Lavendelöl bezeichnet man üblicherweise das reine ätherische Öl, wenn man Lavendel in Öl ansetzt, handelt es sich um einen Lavendelölauszug.

Salben:

Zur äußerlichen Anwendung von Heilpflanzen kann man auch Salben herstellen. Die bekannteste Salbe für den Hausgebrauch ist sicher die Ringelblumensalbe. In den meisten Kräuterbüchern wird die Herstellung empfohlen, die Blüten in Schweineschmalz prasselnd auszubacken. Erstens zerstört man dabei sicher durch die hohe Hitze Wirkstoffe wie die ätherischen Öle, zweitens kann eine solche Salbe schnell ranzig werden. Um optimale Temperaturen bei der Salbenherstellung zu erreichen, sollte man grundsätzlich nur in einem Wasserbad herstellen.

Am besten nimmt man einen Ölauszug, der wie vorhin beschrieben, hergestellt wurde, und gibt ihn in einen Topf, der ins Wasserbad gestellt wird. Hat man keinen fettigen Ölauszug, lässt man im heißen Öl die Pflanzenteile eine halbe Stunde köcheln und seiht dann das Öl ab, um es gleich wieder in das Wasserbad zu geben. I)m Mengenverhältnis 5:1 gibt man reines Bienenwachs dazu (also auf 50 ml Ölauszug 10 g Bienenwachs) und erwärmt diese Mischung, bis das Wachs geschmolzen ist. Anschließend nimmt man den Topf aus dem Wasserbad und rührt bis zum Erkalten. Die Salbe wird in Tiegel abgefüllt. Sie hält sich ausgezeichnet, muss also nicht wie eine Salbe auf Schmalzbasis im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Medizinalwein:

In der Phytotherapie werden einige Heilpflanzen als ²weinige Auszüge“ verwendet, wie z.B. der Rosmarinwein. Auch diesen kann man selber herstellen. 1 Liter trockener, leichter -weißwein wird mit 30 g Droge versetzt, die Flasche gut verkorkt, und ca. 2 Wochen bei Zimmertemperatur stehen gelassen. Danach wird abgeseiht und gefiltert. Medizinalweine werden likörglasweise eingenommen.

Kräutersäfte:

Viele Heilpflanzen bekommt man als Frischpflanzensaft zu kaufen. Brennessel-, Löwenzahn- oder Weißdornsaft sind sozusagen Presssäfte, die alle Inhaltsstoffe der Pflanze in ihrer naturfrischen Zusammensetzung enthalten. Bei manchen Heilpflanzen, die wir primär als Gemüse kennen – rote Rüben, Weißkraut, Artischocken – ist die Anwendung als Phytotherapeutikum nur als Saft möglich. Diese kann man sicher mit entsprechenden Haushaltsgeräten selber herstellen. Pflanzensäfte gibt es aber in hervorragender Qualität sowohl im Lebensmittelhandel als auch in Apotheken zu kaufen. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Pflanze aus biologischem Anbau stammen.

Essen von Kräutern:

Auch das kann als Heilpflanzenanwendung betrachtet werden. Viele Kräuter, die Senfölglykoside enthalten wie Brunnenkresse, Knoblauchrauke, Barbarakraut usw. lassen sich auch nur in dieser Form anwenden. Suppen, Saucen oder Aufläufe mit solchen Kräutern sind äußerst angenehme Formen von Heilkräutertherapien.

Buchempfehlung

Die besten Kräuter für die Gesundheit

Als Kind hatte ich dauernd Schnupfen, Ohren- und Halsschzmerzen, auch Grippale Infekte. Mit 20 habe ich Kräuterheilkunde und Phytotherapie gelernt. Seitdem hatte ich durch die speziellen Kräuter, selbstgemachte Salben, Ölen und Tinkturen keine Erkrankungen mehr.

Tauchen Sie ein in das Wunder der Kräuter für die Gesundheit.

Teezubereitungen – Anwendungen – Wirkungen.

ISBN-13: 9783753407302

Seiten: 138

Preis: € 12,90